Laterne basteln: Papa-Guide für St. Martin & Laternenumzug

Der Laternenabend: warum das ein Papa-Moment ist
Es ist Mitte Oktober, draußen wird es früher dunkel, und irgendwo im Kindergarten hängt schon der Zettel: Laterne basteln, bitte bis Anfang November. Für viele Väter ist das der Moment, in dem aus einem gemütlichen Herbstabend plötzlich ein kleines Projekt wird. Bastelkleber, Transparentpapier, eine Schere, die nur für Erwachsene gedacht ist, und ein Kind, das vor Stolz platzt, weil Papa mit ihm werkelt.
Genau darum geht es hier. Ich zeige dir, wie du mit deinem Kind eine Laterne für St. Martin bastelst, was am 11. November 2026 auf euch zukommt und wie der Martinsumzug abläuft. Dazu die Geschichte vom Mantel teilen, kindgerecht erklärt, das Lied, das dazu gehört, und ein paar klare Regeln für Sicherheit bei Dunkelheit und Kälte.
Kein Hexenwerk, keine Perfektion. Eine Laterne, die dein Kind selbst gemacht hat, darf schief sein. Das ist der ganze Punkt.
Was ist St. Martin? Die Mantelteilung kindgerecht erklärt
St. Martin war ein echter Mensch. Martin von Tours wurde um das Jahr 316 oder 317 in Savaria geboren, im heutigen Ungarn. Er war der Sohn eines römischen Militärtribuns und wurde als junger Mann selbst Soldat, ab etwa 334 Reiter der kaiserlichen Garde in Amiens im heutigen Frankreich. Gestorben ist er am 8. November 397. So weit die historischen Fakten, nachzulesen bei Wikipedia zu Martin von Tours.
Die Geschichte, die jedes Kind kennt, spielt am Stadttor von Amiens. Ein bitterkalter Tag, ein Bettler ohne Kleidung. Martin nimmt sein Schwert, teilt seinen Militärmantel in zwei Hälften und gibt eine dem frierenden Mann. In der Nacht träumt er von Christus, der genau diese Mantelhälfte trägt. Die Kernbotschaft ist simpel: teilen, hinsehen, helfen. Mehr braucht ein Kind im Alter von zwei bis acht Jahren nicht, um die Geschichte zu verstehen.
Fürs Erzählen mit kleineren Kindern hilft es, die Geschichte in Bildern zu erzählen statt in Jahreszahlen. Der Soldat, der auf seinem Pferd sitzt. Der Mann am Tor, dem kalt ist. Das Schwert, das den warmen Mantel teilt. Ein Mantel für zwei. Kinder ab drei Jahren können dem gut folgen, wenn du es langsam und mit eigenen Worten erzählst. Die Details zum Pferd und zur Mantelfarbe sind übrigens ausgeschmückt, die frühen Quellen sagen dazu nichts. Das heißt nicht, dass du sie weglassen musst, aber du musst wissen, dass es Ausschmückung ist.
Wichtig fürs Erzählen zu Hause: Das ist eine Legende, keine Geschichtsstunde. Historisch verbunden wurde das Brauchtum mit der Mantelgeschichte erst im 19. Jahrhundert. Davor ging es beim Martinstag vor allem um das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres. Du musst also niemanden missionieren. Die Geschichte vom Teilen steht für sich und funktioniert auch ohne jeden religiösen Rahmen.
Wann ist St. Martin 2026? Datum & Fixtermin
St. Martin ist immer am 11. November. 2026 fällt dieser Tag auf einen Mittwoch. Das Datum geht auf die Grablegung Martins am 11. November 397 zurück und ist in ganz Österreich gleich, kein Unterschied zwischen den Bundesländern. In Österreich und Bayern heißt das Fest auch Martini, abgeleitet vom lateinischen Festum Sancti Martini.
Die Umzüge finden aber nicht alle exakt am 11.11. statt. Kindergärten und Pfarren legen ihre Laternenfeste gerne auf das Wochenende davor oder danach, weil werktags einfach weniger Eltern Zeit haben. Frag also früh in der Einrichtung nach, wann euer Zug startet. Anfang Oktober ist dafür der richtige Zeitpunkt.
Wenn du das Jahr mit den Kindern planst: Nach St. Martin kommt schnell der Advent. Wer schon weiterdenken will, findet bei mir einen Papa-Guide für Nikolaus und Advent. Und wer die Ferien vorher gestalten will, schaut in den Herbstferien-Guide Österreich.
Warum Feste & Rituale für Kinder wichtig sind
Dass wiederkehrende Feste wie St. Martin mehr sind als ein netter Abend, ist nicht nur Bauchgefühl. Die Forschung unterscheidet zwischen Routinen und Ritualen. Routinen sind die sich wiederholenden Alltagsabläufe wie Essen oder Schlafengehen. Rituale sind symbolische Ereignisse, die Identität und Zugehörigkeit vermitteln. Genau dort ordnet sich ein Martinsfest ein.
Die zentrale Arbeit dazu stammt von Barbara Fiese und Kollegen aus dem Jahr 2002. In ihrer Übersicht „A Review of 50 Years of Research on Naturally Occurring Family Routines and Rituals: Cause for Celebration?“ im Journal of Family Psychology sichteten sie 32 Studien seit den 1950er-Jahren. Der Befund: Konsistente Familienroutinen und bedeutungsvolle Rituale hängen zusammen mit besserer kindlicher Anpassung, mit Erziehungskompetenz der Eltern und mit Partnerschaftszufriedenheit. Die Studie findest du bei PubMed unter der Nummer 12561283.
Übersetzt heißt das: Ein Kind, das jedes Jahr im Herbst die Laterne herausholt und weiß, was jetzt kommt, bekommt Orientierung. Der Kalender bekommt ein Gesicht. Das ist kein Heilversprechen und macht niemanden automatisch zu einem besseren Elternteil. Aber es gibt dem Jahr eine Struktur, an der sich Kinder festhalten können. Und genau deshalb lohnt es sich, den Laternenabend bewusst zu gestalten statt nur abzuhaken.
Ergänzend zeigen Arbeiten von Fiese und Spagnola aus 2007, dass genau solche Routinen und Rituale ein Entwicklungskontext für Kleinkinder sind, für sozioemotionale, sprachliche und soziale Entwicklung. Ein Fest wie St. Martin bündelt das auf einen Abend: gemeinsames Tun, gemeinsames Singen, ein geteilter Ablauf, ein wiederkehrendes Datum im Jahr. Für ein Kind ist das ein Anker. Und für dich als Vater eine Gelegenheit, die du nicht extra planen musst, weil der Kalender sie dir jedes Jahr liefert.
Laterne basteln: was dein Kind dabei lernt
Beim Basteln passiert mehr als Kleber auf Papier. Schneiden, Falten, Kleben und Formen ausschneiden trainieren die Feinmotorik. Für ein zweijähriges Kind heißt das: Papier reißen und mit dicken Stiften malen, während Papa schneidet. Ein Fünfjähriger führt die Kinderschere schon selbst, ein Achtjähriger plant Formen und klebt eigenständig.
Dazu kommt der Stolz aufs eigene Werk. Eine gekaufte Laterne hält man kurz in der Hand. Eine selbst gebastelte trägt man mit einer Haltung durch den Umzug, die man nicht kaufen kann. „Das hab ich gemacht“ ist für ein Kind im Kindergartenalter ein mächtiger Satz.
Und für dich als Vater ist es gemeinsame Zeit ohne Bildschirm. Basteln funktioniert als geteilte Aufgabe: Du schneidest die schwierigen Teile, dein Kind beklebt und bemalt. Beide haben einen Part, am Ende steht etwas Gemeinsames da. Das ist Beziehungsarbeit, die nebenbei passiert.
Ein Tipp für die Altersspanne: Unterschätze nicht, wie unterschiedlich die Ansprüche sind. Ein Zweijähriger will klecksen und reißen, ein Achtjähriger will ein Ergebnis, das man vorzeigen kann. Pass deine Erwartungen ans Alter an, nicht umgekehrt. Das Kind mit den kleinsten Händen braucht die größten Aufgaben und die wenigsten Bewertungen. Der Prozess zählt mehr als das Endprodukt, und zwar bei jedem Alter.
Laterne basteln Anleitung einfach: 3 Varianten nach Alter
Hier kommen drei Varianten, geordnet nach Alter und Schwierigkeit. Alle funktionieren ohne echte Kerze, als Lichtquelle nimmst du ein elektrisches Leuchtmittel. Die genauen Materialien sind Alltagszeug, das du vermutlich schon zu Hause hast.

Variante 1: Transparentpapier-Laterne (ab 2 bis 3 Jahre)
- Material: ein Streifen Tonkarton als Rahmen, Transparentpapier in Wunschfarbe, Klebestift, ein paar bunte Schnipsel.
- Zeit: etwa 30 bis 45 Minuten.
- So geht’s: Du schneidest aus dem Tonkarton einen stabilen Ring oder ein einfaches Haus. Dein Kind reißt Transparentpapier in Stücke und beklebt die Flächen. Am Ende ein Halter aus Pappe an der Rückseite für das Leuchtmittel.
Variante 2: Pappteller-Laterne (ab 3 bis 5 Jahre)
- Material: zwei Pappteller, Transparentpapier oder Butterbrotpapier, Kleber, Schnur zum Aufhängen.
- Zeit: rund 45 Minuten.
- So geht’s: Aus einem Teller schneidest du ein Fenster. Dein Kind bemalt den Teller und beklebt das Fenster von innen mit Transparentpapier. Der zweite Teller wird als Rückwand davor geklebt, dazwischen kommt das Leuchtmittel. Ein kleiner Henkel aus Schnur, fertig.
Variante 3: Tetra-Pak-Laterne (ab 5 bis 8 Jahre)
- Material: ein leerer, sauberer Getränkekarton, Bastelmesser für dich, Transparentpapier, wasserfester Kleber.
- Zeit: 45 bis 60 Minuten.
- So geht’s: Du schneidest mit dem Messer Fenster in den Karton. Dein Kind beklebt die Öffnungen mit Transparentpapier und gestaltet die Außenseite. Der Karton ist stabil und hält auch einen kurzen Regenschauer besser aus als reines Papier.
Wichtig bei allen Varianten: Das Leuchtmittel kommt erst rein, wenn alles getrocknet ist, und du legst die Hand an, wenn es um Schere oder Messer geht. Kinder unter drei Jahren reißen und malen, sie schneiden noch nicht.
Wer danach noch mehr Bastelenergie übrig hat: Ende Oktober kommt Halloween. Ein paar Tage nach St. Martin ist da der Übergang nahtlos, schau mal in den Halloween-Guide für Basteln und Kostüm.
Laternenstab & Beleuchtung: LED statt Kerze
Die klare Empfehlung für Kinder bis etwa acht: elektrisches Leuchtmittel statt offener Kerze. Der Grund ist simpel. Eine Kerze in einer Papplaterne ist eine offene Flamme direkt neben Kindergesichtern und Wollschals. Eine LED wird nicht heiß, geht nicht aus, wenn der Wind kommt, und sie setzt nichts in Brand. Gerade wenn ein Kind die Laterne zum ersten Mal alleine trägt, ist das die sichere Wahl.
Beim Stab gilt dasselbe Prinzip wie beim ganzen Abend: kindgerecht. Der Stab sollte so lang sein, dass die Laterne etwa auf Brusthöhe des Kindes hängt, nicht schleifend am Boden und nicht über dem Kopf schaukelnd. Keine spitzen Enden, kein Metall, das bei Kälte klebt. Eine abgerundete Holz- oder Kunststoffstange tut ihren Dienst.
Eine echte Kerze ist für ältere Kinder mit Aufsicht machbar, aber kein Muss. Es gibt keinen Preis fürs Mutigsein. Wenn du unsicher bist, bleib bei der LED. Das ist Brandschutz, keine Übertreibung, und niemand im Umzug wird dir das vorwerfen.
Noch ein praktischer Punkt: Prüf das Leuchtmittel vor dem Umzug. Eine LED mit leerer Batterie, die nach zehn Minuten ausgeht, ist genau das Drama, das du vermeiden willst. Frische Batterien einsetzen oder das Gerät vorher aufladen, einmal kurz testen, fertig. Mehr Vorbereitung braucht die Technik nicht.
Der Martinsumzug: so läuft er ab
Der Ablauf ist fast überall ähnlich. Es gibt einen Treffpunkt, meist vor der Kirche, dem Kindergarten oder dem Pfarrhof. Die Kinder versammeln sich mit ihren Laternen, jemand stimmt die ersten Lieder an, und dann zieht der Zug los, oft mit einem Reiter oder einer Person, die Martin darstellt. Am Ende wartet in vielen Regionen ein Martinsfeuer, eine Brezel oder ein warmes Getränk.

Deine Rolle als Vater ist einfach: dabei sein. Du gehst neben deinem Kind, hältst die Laterne, wenn der kleine Arm müde wird, und bleibst im Zug. Kleine Kinder tragen ihre Laterne oft nur die ersten zehn Minuten selbst. Das ist normal, kein Versagen. Dein Job ist, dass dein Kind den Abend als schön erlebt und nicht als anstrengend.
In Österreich organisieren vor allem die Pfarren und Kindergärten die Umzüge. Einen Überblick über Termine in deiner Nähe bekommst du am einfachsten direkt bei der zuständigen Pfarre. Für Wien findest du Anlaufstellen über die Erzdiözese Wien. Konkrete Umzugsorte und Termine erfragst du am besten vor Ort, weil sie jedes Jahr unterschiedlich liegen.
„Ich geh mit meiner Laterne“: das Lied zum Umzug
Kein Laternenumzug ohne dieses Lied. „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir“ ist der Klassiker, den jedes Kind mitsingen kann. Der Ursprung reicht erstaunlich weit zurück: Erste Text- und Melodiezeilen sind bereits 1818 in einem Wiener Singspiel nachweisbar, später wurde das Lied im 19. Jahrhundert als Kinderlied gesammelt.
Weil es sich um ein traditionelles Volkslied handelt, zitiere ich hier nur Titel und Anfang. Den vollständigen Text findest du in jedem Liederbuch oder bei der Pfarre. Wichtig zu wissen: Als Volkslied ist es gemeinfrei, trotzdem gehört der komplette Abdruck nicht in einen Blogartikel. Das ist eine saubere Sache, kein Geheimnis.
Daneben gibt es weitere Martinslieder, die beim Umzug gesungen werden, zum Beispiel „Laterne, Laterne“ oder regionale Martinslieder. Die nennt man beim Namen, mehr braucht es nicht. Dein Kind lernt den Text eh im Kindergarten schneller als du denkst.
Falls du selbst mitsingen willst: Kein Druck. Beim Martinsumzug singen die, die können, und die anderen summen. Dein Kind freut sich, wenn du mitmachst, auch wenn du den Text nur halb kannst. Die Melodie von „Ich geh mit meiner Laterne“ ist einfach genug, dass du sie beim zweiten Durchlauf drauf hast.
Martinsgans, Brezel & Martini: Brauchtum rund ums Fest
Zum Martinsfest gehört in Österreich auch das Essen. Die Martinsgans ist das traditionelle Festessen, ihr Ursprung liegt im Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres im Herbst. Damals wurden um den 11. November Pacht und Zehnt fällig, der Viehbestand wurde reduziert, und die Gans landete auf dem Tisch. So verbindet sich ein landwirtschaftlicher Kalender mit einem Heiligenfest.
Die Brezel ist das Gebäck zum Martinsfest, das Kinder nach dem Umzug oft geschenkt bekommen. Dazu gibt es regionalen Anklang: Im Burgenland feiert man rund um Martini das Martiniloben, bei dem der junge Wein verkostet wird. Für Eltern mit kleinen Kindern ist das eher eine Randnotiz, aber es zeigt, wie vielseitig der 11. November in Österreich besetzt ist.
All das ist Brauchtum, keine Pflicht. Du musst keine Gans braten, um den Abend zu feiern. Ein warmes Essen nach dem Umzug, eine Brezel oder ein Becher warmer Tee reichen völlig. Es geht um das gemeinsame Erlebnis, nicht um das perfekte Menü.
Wer die Tradition etwas tiefer verstehen will: Der Martinstag liegt genau am Übergang vom Herbst in die vorweihnachtliche Zeit. Historisch war der 11. November ein Zinstag, an dem Abgaben fällig wurden und Dienstverhältnisse endeten oder neu begannen. Die Gans war Teil dieses Wirtschaftsjahres-Abschlusses, nicht nur ein Festessen. Genau deshalb steckt in dem Fest so viel von dem, was das bäuerliche Jahr ausmachte. Für dein Kind ist das egal, aber es erklärt, warum ausgerechnet eine Gans und nicht ein anderes Tier auf dem Tisch liegt.
Sicher bei Dunkelheit & Kälte: Sichtbarkeit & warm anziehen
Der Umzug findet in der Dämmerung oder Dunkelheit statt, und genau da wird es für Kinder kritisch. Der ÖAMTC hat das im Oktober 2025 bei über 10.000 Personen beobachtet: 71 Prozent der Fußgänger waren dunkel gekleidet, nur 9 Prozent trugen Reflektoren. Dunkle Kleidung ist erst ab etwa 25 Metern erkennbar, mit Reflektoren bis etwa 130 Meter. Das senkt das Unfallrisiko deutlich. Die Zahlen stammen aus der ÖAMTC-Beobachtung zur Sichtbarkeit bei Dunkelheit.
Für dein Kind heißt das: helle, am besten fluoreszierende Kleidung in Gelb oder Orange, dazu retroreflektierende Streifen an Jacke, Hose, Schuhen, Tasche und Mütze. Die Reflektoren wirken am besten auf Scheinwerferhöhe, also an Beinen, Ärmeln und dem Rucksack. Kinder sind klein und werden leicht übersehen, deshalb darf es ruhig auffällig sein.
Und dann die Wärme. Der Abendumzug im November ist kalt. Zwiebellook ist die Lösung: mehrere Schichten, die man bei Bedarf ausziehen kann, dazu Mütze und Handschuhe. Querungen nur an beleuchteten Stellen, Blickkontakt zu Autofahrern suchen, Kind an der Hand halten. Wer mehr zum Thema weiß, findet bei mir den Winter-Anzieh-Guide für Kinder.
Der Papa-Winkel: den Abend zum Bindungserlebnis machen
Zum Schluss der Teil, der mir als Vater am wichtigsten ist. Der Laternenabend wird dann zu einem Bindungserlebnis, wenn du ihn nicht als Aufgabe abhakst, sondern mitgestaltest. Lass dein Kind die Farbe aussuchen, die Form, ob die Laterne ein Gesicht bekommt oder einen Stern. Kleine Entscheidungen geben dem Kind das Gefühl, dass es sein Projekt ist.
Bleib realistisch. Die Laterne muss nicht aussehen wie aus dem Bastelbuch. Wenn eine Ecke schief klebt oder das Transparentpapier Falten wirft, ist das genau richtig. Kinder merken, wenn du gestresst bist, und übernehmen den Stress. Ein Papa, der über die eigene krumme Laterne lacht, schenkt seinem Kind etwas viel Wertvolleres als Perfektion.
Und nach dem Umzug: warmes Essen, warme Hände, und ein kurzes Gespräch darüber, was am schönsten war. Vielleicht war es die Laterne, vielleicht das Lied, vielleicht der Reiter. Genau dieses Nachbesprechen macht aus einem Event ein Ritual, das im Kopf deines Kindes bleibt. Das ist der Punkt, an dem aus einem Abend im November eine Erinnerung wird, die jedes Jahr wiederkommt.
Häufige Fragen zum Laternenfest
Wann ist St. Martin 2026?
Am 11. November 2026, ein Mittwoch. Das Datum ist fix und in ganz Österreich gleich. Die Laternenumzüge finden aber oft am Wochenende davor oder danach statt.
Muss die Laterne im Kindergarten abgegeben werden?
Das hängt von der Einrichtung ab. Manche Kindergärten sammeln die Laternen ein, damit sie beim Umzug alle da sind, andere lassen sie bis zum Fest zu Hause. Frag einfach früh nach, dann gibt es keine Überraschung.
Was kostet das Bastelmaterial?
Fast nichts, wenn du Alltagsmaterial nutzt. Transparentpapier, Tonkarton, ein leerer Getränkekarton und ein Klebestift sind günstig und oft schon im Haus. Ein elektrisches Leuchtmittel ist die einzige Anschaffung, die du eventuell brauchst. Konkrete Preise schwanken je nach Anbieter, deshalb nenne ich hier keine festen Beträge.
Wo finde ich einen Martinsumzug in der Nähe?
Am besten bei der zuständigen Pfarre oder direkt im Kindergarten deines Kindes. Für Wien hilft die Erzdiözese Wien als Anlaufstelle. Termine ändern sich jährlich, also früh im Oktober nachfragen.
Kerze oder LED in der Laterne?
Für Kinder bis etwa acht Jahre klar die LED. Sie wird nicht heiß, geht bei Wind nicht aus und setzt nichts in Brand. Eine echte Kerze ist nur für ältere Kinder mit Aufsicht eine Option.