Neun Wochen Sommerferien. Klingt nach Freiheit, nach langen Tagen im Freibad, nach Eis essen und nichts tun. Für Kinder ist das die schönste Zeit des Jahres. Für berufstätige Väter ist es ein logistischer Albtraum.
Rechnen wir kurz: Die Sommerferien in Österreich dauern 2026 je nach Bundesland neun Wochen. Der gesetzliche Urlaubsanspruch liegt bei fünf Wochen – in manchen Firmen gibt’s eine sechste. Selbst wer seinen gesamten Jahresurlaub in die Ferienzeit legt, hat immer noch drei bis vier Wochen Betreuungslücke. Und das ist nur der Sommer. Zählt man Herbst-, Weihnachts-, Semester- und Osterferien dazu, sind Schulen in Österreich rund 14 Wochen im Jahr geschlossen.
Das ist keine Randnotiz, sondern der Alltag von hunderttausenden Familien. Die AK-Schulkostenstudie 2024 hat es schwarz auf weiß: 60 Prozent der Eltern empfinden die Organisation der Ferienbetreuung als große Herausforderung. Jede und jeder Zehnte reduziert in den Ferien die Arbeitszeit. Und 19 Prozent finden die ganze Sache „sehr belastend“. [Quelle: ÖGB : Belastung durch Sommerbetreuung, 2024]
Dieser Guide zeigt alle Optionen, die berufstätige Väter in Österreich haben. Von Feriencamps über Hort-Betreuung bis zur Oma-Lösung. Mit konkreten Kosten, ehrlichen Bewertungen und den wichtigsten Förderungen. Weil niemand die ersten Sommerferien seines Kindes im Chaos verbringen sollte.

Das Problem : 9 Wochen Ferien, nur 5 Wochen Urlaub
Fangen wir mit den Fakten an. Die Sommerferien 2026 starten in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland am 4. Juli und enden am 6. September. In Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg geht’s eine Woche später los – vom 11. Juli bis 13. September. In beiden Fällen: exakt neun Wochen. [Quelle: BMBWF : Ferientermine 2025/2026]
Dagegen stehen fünf Wochen Urlaubsanspruch. In Österreich haben Arbeitnehmer laut Urlaubsgesetz Anspruch auf 30 Werktage (fünf Wochen) bei 6-Tage-Woche beziehungsweise 25 Arbeitstage bei 5-Tage-Woche. Einige Kollektivverträge sehen eine sechste Woche vor. Aber selbst mit sechs Wochen Urlaub bleiben drei Wochen ungedeckt.
Der ORF berichtete am 23. Juni 2026 über die politische Debatte, ob man die Sommerferien von neun auf sechs Wochen verkürzen soll. Politik und Gewerkschaft lehnen das ab – zu Recht, denn Ferien sind Erholungszeit für Kinder. Aber das Problem, das dahintersteckt, wird dadurch nicht kleiner. [Quelle: ORF Report : Sommerferien: Diskussion zu Dauer und Betreuung, 23.6.2026]
Was bedeutet das konkret? Familien müssen im Schnitt mit etwa zwei Wochen Betreuungslücke rechnen. Manche schaffen es mit Urlaub und Großeltern, andere nicht. Die NeueZeit.at hat im Juli 2026 einen umfassenden Bundesländer-Vergleich publiziert: 50 Prozent der Familien können sich keine externe Betreuung leisten (SORA-Studie). 80 Prozent der Eltern in Oberösterreich sind auf Großeltern angewiesen. 17 Prozent der Haushalte setzen ältere Geschwister zur Betreuung ein. Das sind keine Ausnahmen, das ist der Normalzustand.
Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen. Und viele sind günstiger und einfacher, als man denkt. Der Trick ist, früh zu planen und die richtige Kombination zu finden.
Feriencamps : Die beliebteste Lösung
Feriencamps sind die mit Abstand beliebteste Betreuungsform für Schulkinder in den Sommerferien. Kein Wunder: Die Kinder haben ein Programm, lernen neue Freunde kennen, und die Eltern haben von 8 bis 17 Uhr ihre Ruhe. Aber die Preise unterscheiden sich massiv.
Summer City Camps : Der günstige Einstieg
Die Stadt Wien betreibt mit den Summer City Camps das erfolgreichste Modell Österreichs. 34 Standorte, Kinder von 6 bis 12 Jahren, Betreuung von 8 bis 17 Uhr. Der Preis liegt bei rund 60 Euro pro Woche inklusive Mittagessen. Der ÖGB sieht dieses Modell als Vorbild für ganz Österreich – und fordert seit Jahren eine bundesweite Ausweitung. [Quelle: AK aktuell : Kinderbetreuung im Sommer]

Das Problem: Die Plätze sind begrenzt.
Das Problem: Die Plätze sind begrenzt. Wer zu spät bucht, hat das Nachsehen. Und nicht jede Familie wohnt in Wien. In anderen Bundesländern sieht die Camp-Landschaft anders aus.
Private Feriencamps : Von 85 bis 415 Euro pro Woche
Private Anbieter decken die ganze Bandbreite ab. Die Kinderfreunde bieten Sommerakademien und Feriencamps in ganz Österreich an – ein Fußball-Camp in Wien kostet etwa 85 Euro für eine Woche. Der Oberösterreichische Familienbund verlangt für seine „kreativen Wochen“ (halbtags) ebenfalls um die 85 Euro. Eine Tennis-Erlebniswoche in OÖ liegt bei 290 Euro pro Woche. Und spezialisierte Feriencamps mit Englisch-Unterricht oder Survival-Training kosten durchschnittlich 415 Euro pro Woche – das ist der Wert, den der ÖGB in seiner Analyse nennt. [Quelle: ÖGB : Ferienbetreuung: 2.599 Euro für zwei Kinder]
Die Preisspanne ist enorm: Von 60 Euro (Summer City Camp Wien) bis 415 Euro (Spezialcamp) – pro Woche. Wer zwei Kinder hat und neun Wochen abdecken muss, kommt schnell auf Summen jenseits der 2.000 Euro. Der ÖGB rechnet für eine Tiroler Familie mit zwei Kindern über neun Wochen mit 2.599 Euro Gesamtkosten.
Betriebliche Feriencamps : Der Geheimtipp
Immer mehr Unternehmen in Österreich bieten betriebliche Ferienbetreuung an. Die Wirtschaftskammer hat dazu einen Leitfaden veröffentlicht. Vorreiter sind Firmen wie Miba, voestalpine, Greiner und Infineon. Die Miba organisiert ein mehrwöchiges Sommerprogramm für die Kinder ihrer Mitarbeiter, die voestalpine bietet 24-Stunden-Betreuung für Schichtarbeiter, und die Greiner AG hat eine Krabbelstube ohne Sommerpause. Der Staat übernimmt bis zu 50 Prozent der Kosten für betriebliche Kinderbetreuung. [Quelle: WKO : Kinderbetreuung im Betrieb]
Lohnt sich, beim Chef nachzufragen. Vor allem, wenn ihr in einem größeren Unternehmen arbeitet – die haben oft schon was am Laufen oder sind offen für Initiativen.
Buchungs-Realität: Früh buchen oder zahlen
Die meisten Feriencamps haben Anmeldefristen, die Wochen bis Monate vor Ferienbeginn liegen. Gleichzeitig stehen Dienstpläne oft erst kurzfristig fest. Die Folge: Viele Eltern buchen auf Verdacht, zahlen Stornogebühren oder landen auf Wartelisten. Wer flexibel ist, kann Last-Minute-Plätze ergattern. Aber „flexibel“ ist bei Vollzeit-Job meist nicht drin.
Unser Tipp: FamilieUndBeruf.at hat eine lebendige Datenbank mit regionalen Ferienbetreuungsangeboten. Und Ferienchecker.at listet Ferien-, Freizeit- und Lernangebote für ganz Österreich. Beide Portale sind kostenlos und werden laufend aktualisiert.
Schulische Ferienbetreuung : Hort & VS-Betreuung
Der Hort oder die schulische Nachmittagsbetreuung ist die naheliegendste Lösung. Aber die Öffnungszeiten in den Ferien sind von Bundesland zu Bundesland so unterschiedlich, dass man kaum glauben mag, dass wir im selben Land leben.
Das Nord-Süd-Gefälle bei den Schließtagen
Wien ist das Paradebeispiel: Die Bildung Wien (BiM) bietet Ferienbetreuung für Kinder von 6 bis 12 Jahren von 7:15 bis 17:30 Uhr : zu 80 Euro pro Woche inklusive Mittagessen. In den gesamten Sommerferien gibt es nur 13 Schließtage. Das ist fast Vollbetrieb.
Vorarlberg ist das absolute Schlusslicht: 65 Schließtage im Sommer. Von 26 Horten haben in den Ferien nur zwei geöffnet. Wer in Vorarlberg lebt und beide Eltern berufstätig sind, steht im Sommer vor einer massiven Betreuungslücke. In Oberösterreich sieht es mit 17 Schließtagen bei den Horten zwar besser aus – aber der Bedarf ist auch hier deutlich höher als das Angebot. [Quelle: NeueZeit.at : Ferienbetreuung Österreich-Vergleich, Juli 2026]
Das Burgenland macht’s anders: Hier gibt es den Gratis-Kindergarten mit integrierter Ferienbetreuung. Ein echtes Vorbild – aber nicht direkt auf Schulkinder übertragbar.

Die Sommerschule als Ergänzung
Das Bildungsministerium bietet mit der Sommerschule in den letzten beiden Ferienwochen (24. August bis 4. September 2026) ein kostenloses Förderprogramm an. Es richtet sich an Kinder, die Lernrückstände aufholen sollen. Die Sommerschule ist keine ganztägige Betreuung und nicht wohnortnah verfügbar – aber sie schließt immerhin zwei Wochen Lücke. Das Burgenland hat die Sommerschule mit regulärer Ferienbetreuung kombiniert, ein Modell, das sich andere Bundesländer abschauen könnten.
Was Eltern wirklich brauchen
Der ÖGB fordert in seinem Sommerbetreuungsgipfel unter anderem einheitliche Regeln bei Öffnungszeiten, kostenlose ganztägige Ferienangebote und einen Rechtsanspruch auf drei Urlaubswochen in der schulfreien Zeit : damit niemand seinen Job verliert, nur weil das Kind Ferien hat. Klingt vernünftig. Passiert ist bisher wenig. [Quelle: ÖGB : Belastung durch Sommerbetreuung, 2024]
Private Lösungen – Oma, Opa, Tauschbörsen
Wenn Camp und Hort nicht reichen oder zu teuer sind, wird privat organisiert. Das betrifft nicht nur die Ränder der Gesellschaft – es ist die häufigste Betreuungsform in Österreich.
Die Großeltern : Das Rückgrat der Ferienbetreuung
80 Prozent der Eltern in Oberösterreich sind auf Großeltern angewiesen. Österreichweit dürfte der Wert ähnlich hoch sein. Das Problem: Großeltern sind heute oft selbst noch berufstätig oder wohnen weit weg. Die klassische „Oma kümmert sich“-Lösung funktioniert nicht mehr so selbstverständlich wie vor 20 Jahren.
Trotzdem: Wenn Oma und Opa in der Nähe wohnen und Zeit haben, ist das die stressfreiste und günstigste Lösung. Und für die Kinder sind die Ferien bei den Großeltern oft das Highlight des Jahres. Wichtig ist nur: Klare Absprachen treffen. Wie viele Tage pro Woche? Wer bringt die Kinder? Gibt’s Geld fürs Eis?
Geschwister-Betreuung : Nicht ideal, aber Realität
Die AK-Schulkostenstudie zeigt: 17 Prozent der Haushalte setzen ältere Geschwister für die Betreuung ein. Kinder betreuen Kinder – das ist keine Wunschlösung, sondern eine Notlösung. In Österreich ist die rechtliche Lage hier unklar: Ab wann dürfen Kinder allein zu Hause bleiben? Es gibt keine gesetzliche Altersgrenze. Gerichte orientieren sich meist an der individuellen Reife des Kindes. Für einen 12-Jährigen, der ein paar Stunden auf den 8-jährigen Bruder aufpasst, wird niemand ein Verfahren anstrengen. Aber neun Wochen sind eine andere Nummer.
Babysitter-Börsen, Leihomas & Tauschbörsen
Es gibt Alternativen, die zwischen Camp und Großeltern liegen. oesterreich.gv.at listet offizielle Anlaufstellen für Kinderbetreuung. Plattformen wie kinderbetreuung.at vermitteln Babysitter und Leihomas. In vielen Gemeinden gibt es Tauschbörsen, bei denen Eltern Ferienbetreuung untereinander organisieren. Ein Beispiel: Familie A nimmt die Kinder von Familie B eine Woche, Familie B revanchiert sich in der nächsten. Klingt einfach, erfordert aber Vertrauen und Organisation.
Feriengemeinschaften mit anderen Eltern sind eine weitere Option. Vier Familien, jede übernimmt eine Woche. Das Kind hat neun Ferienwochen und ist jede Woche bei einer anderen Familie. Voraussetzung: Die Kinder müssen sich mögen. Und die Eltern müssen sich auf dieselben Regeln einigen.
Homeoffice- & Teilzeit-Kombi in den Ferien
Die letzte große Gruppe von Lösungen ist die, die keiner wirklich will, aber viele praktizieren: Arbeiten und Kinderbetreuung gleichzeitig managen.
Parallel-Homeoffice : Der Dauerbrenner
Jeder dritte Elternteil in Österreich betreut Kinder parallel zum Homeoffice. Das klingt nach Flexibilität, ist aber in Wahrheit eine Doppelbelastung. Wer von 9 bis 17 Uhr arbeiten und gleichzeitig ein sechsjähriges Kind bespaßen muss, macht beides schlecht. Die Konzentration leidet, die Kinder sind unterfordert, und am Ende des Tages ist man erschöpft, ohne etwas richtig gemacht zu haben.
Unser Rat: Wenn Homeoffice in den Ferien, dann mit Struktur. Vormittags Camp oder Oma, nachmittags Homeoffice. Oder umgekehrt. Vier Stunden konzentrierte Arbeit + vier Stunden Kind sind besser als acht Stunden von beidem die Hälfte.
Teilzeit in den Ferien : Der unterschätzte Hebel
Jede und jeder Zehnte reduziert in den Ferien die Arbeitszeit. Arbeitgeber sehen das oft ungern, aber die Alternative ist noch schlimmer: unkonzentrierte Mitarbeiter, die heimlich nebenher Kinder betreuen. Im ServusPapa-Sommerferien-Guide 2026 haben wir die Ferienstart-Termine pro Bundesland zusammengefasst – die Grundlage für jede Urlaubsplanung. Wer frühzeitig mit dem Chef spricht, kann oft eine Teilzeit- oder Homeoffice-Regelung für die Ferienzeit aushandeln.
Und noch ein Gedanke: Väter, die in den Ferien Teilzeit arbeiten, sind kein Ausfall – sie sind ein Vorbild. Die verschiedenen Betreuungsmodelle zeigen, dass Väterbeteiligung nicht nur der Karriere schadet, sondern auch eine riesige Chance für die Bindung zum Kind ist.
Was Unternehmen tun können
Die WKO wirbt schon länger für betriebliche Kinderbetreuung als Wettbewerbsvorteil. Und sie hat recht: In Zeiten des Fachkräftemangels sind flexible Ferienmodelle ein echter Pluspunkt bei der Mitarbeiterbindung. Ob Homeoffice-Regelung, Feriencamps im Betrieb oder einfach die Möglichkeit, im August zwei Wochen unbezahlten Urlaub zu nehmen : Unternehmen, die mitdenken, haben die Nase vorn.
Kosten & Förderungen
Reden wir über Geld. Denn Ferienbetreuung kostet – und die Spanne ist enorm.

Was die einzelnen Optionen kosten
Hier eine Übersicht der realen Kosten (Stand Sommer 2026):
- Summer City Camp Wien: rund 60 Euro pro Woche inkl. Mittagessen : der absolute Spitzenreiter
- BiM Ferienbetreuung Wien: 80 Euro pro Woche, 7:15 bis 17:30 Uhr, inkl. Mittagessen – auch sehr günstig
- Kinderfreunde-Camp (Fußball, Kreativ): 85 Euro pro Woche, halbtags
- OÖ Familienbund „kreative Woche“: 85 Euro, halbtags
- Vorarlberg Standard-Angebot: 700 Euro für 7 Wochen (ca. 100 Euro/Woche)
- OÖ Tennis-Erlebniswoche: 290 Euro pro Woche
- Privates Spezialcamp (Englisch, Survival): bis 415 Euro pro Woche
- Tiroler Familie (2 Kinder, 9 Wochen): 2.599 Euro Gesamtkosten (ÖGB-Beispielrechnung)
- NÖ Familie (2 Kinder, inkl. Großeltern): 897 Euro Gesamtkosten
Die Rechnung ist einfach: Wer beide Kinder in ein privates Spezialcamp schickt, gibt pro Woche knapp 1.000 Euro aus. Über neun Wochen sind das 9.000 Euro. Das ist mehr als manche Familie im Monat verdient. Die Standard-Berichterstattung vom Juli 2026 zeigt eindrücklich: Familien jonglieren, tauschen, organisieren – und landen trotzdem oft im Minus. Pressefeuer nennt es „Ferienbetreuung sprengt das Budget“ – und das ist nicht übertrieben.
Förderungen und Steuervorteile
Ja, es gibt Förderungen. Aber sie sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und oft bürokratisch.
- Steuerliche Absetzbarkeit: Kinderbetreuungskosten können bis zu 2.300 Euro pro Kind und Jahr steuerlich geltend gemacht werden (oesterreich.gv.at). Voraussetzung: Das Kind ist unter 10 Jahre alt und beide Eltern sind berufstätig.
- Land NÖ „Aktion Ferienbetreuung“: Förderung für Ferienbetreuung in Gruppen, inklusive integrativem Förderbedarf. [Quelle: Land NÖ : Aktion Ferienbetreuung]
- AK-Wien-Angebote: Die 80 Euro pro Woche inkl. Mittagessen sind ohnehin schon stark subventioniert. In Wien ist die Ferienbetreuung günstiger als in jedem anderen Bundesland.
- Betriebliche Förderung: Der Staat übernimmt bis zu 50 Prozent der Kosten für betriebliche Kinderbetreuung (WKO-Leitfaden).
ÖGB-Forderungen: Die Gewerkschaft drängt auf eine Ausweitung des Wiener Modells auf ganz Österreich, einen Sommerbetreuungsgipfel mit allen Bundesländern und einen Rechtsanspruch auf drei Wochen Urlaub in der Ferienzeit. Die Politik diskutiert. Die Familien warten. [Quelle: ÖGB : Ferienbetreuung: 2.599 Euro für zwei Kinder]
FAQ
Was tun, wenn mein Kind keinen Camp-Platz bekommt?
Wartelisten sind ärgerlich, aber kein Grund zu verzweifeln. Viele Camps haben kurzfristige Absagen. Tipp: Auf die Warteliste setzen lassen UND parallel Alternativen suchen. Das Gemeindejugendamt oder die Bezirksvertretung wissen oft von lokalen Angeboten, die nicht breit beworben werden. Auch der wienxtra-Feriencamp-Service hilft bei der Suche.
Kann ich mein Kind 9 Wochen allein lassen : und ab welchem Alter?
Es gibt in Österreich kein Gesetz, das ein Mindestalter fürs Alleinlassen zu Hause festschreibt. Gerichte bewerten das im Einzelfall. Für einen 12-Jährigen, der ein paar Stunden aufpasst, ist das in Ordnung. Für eine ganze Ferienwoche sollten Kinder aber mindestens 14 Jahre alt sein, und auch dann nur, wenn sie reif genug sind und ein verlässliches Notfallnetz haben. Die Ferienbetreuung für Geschwisterkinder (17 Prozent der Haushalte praktizieren das) ist eine Notlösung, aber keine Dauerlösung.
Was kostet Ferienbetreuung wirklich?
Die Spanne ist riesig: Von 60 Euro pro Woche (Summer City Camp Wien) bis 415 Euro pro Woche (privat). Für zwei Kinder über neun Wochen sind realistisch zwischen 1.000 Euro (mit Mischung aus günstigen Angeboten und Großeltern) und 5.000 Euro (reine Camp-Lösung) einzuplanen. Die steuerliche Absetzbarkeit bis 2.300 Euro pro Kind und Jahr lindert den Schmerz etwas.
Betriebliche Ferienbetreuung : was kann ich vom Chef verlangen?
Ein Recht auf betriebliche Ferienbetreuung gibt es nicht. Aber: Immer mehr Unternehmen bieten sie an, weil sie in Zeiten des Fachkräftemangels ein echter Wettbewerbsvorteil sind. Der WKO-Leitfaden zeigt, wie Unternehmen das umsetzen können. Sprecht euren Chef darauf an. Wenn genug Mitarbeiter nachfragen, bewegt sich was. Beispiele von Miba, voestalpine und Greiner zeigen, dass es funktioniert.
Gibt’s Förderungen speziell für Ferienbetreuung?
Ja. Die wichtigsten: Steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten (bis 2.300 Euro pro Kind und Jahr), die Land-NÖ-Aktion Ferienbetreuung, und die stark subventionierten AK-Wien-Angebote (80 Euro/Woche). Wer in einem Bundesland mit Förderprogramm wohnt, sollte sich bei der Gemeinde oder beim Land informieren. Die Angebote sind oft nicht gut beworben, aber sie existieren.
Homeoffice in den Ferien : was ist erlaubt?
Rechtlich gibt es keine Einschränkung. Aber: Die meisten Arbeitsverträge setzen voraus, dass während der Arbeitszeit keine Kinderbetreuung stattfindet. In der Praxis drücken viele Arbeitgeber ein Auge zu, solange die Arbeit erledigt wird. Der Familienurlaub in Österreich kann eine Alternative sein – wenn man den Urlaub dafür opfern will. Klärt vorher mit dem Chef, ob Homeoffice in den Ferien geduldet wird. Überraschungen sind selten angenehm.